Allerheiligen 2019

Wieder wurde mit einer Reise nach Malehice über die Akademie Mundgesundheit International das Projekt „Mosambikdentalhelp “ fortgesetzt. Dieses Mal begleitete mich meine Gattin Margarete, um die dortigen Prophylaxemöglichkeiten zu beurteilen. Unterstützt wurden wir dankenswerterweise von den Firmen Gerl, Ivoclar Vivadent,Voco, 3MEspe ,Sunstar und GABA.

Neben den Zahnbehandlungen von vielen Patienten standen bei dem Besuch drei Schwerpunkte im Vordergrund:

1.Gesprächstermin im Gesundheitsministerium

Thema war die Legalisierung unseres Projektes „Mosambikdentalhelp“.Mit der verantwortlichen Staatssekretärin Dr.Mepatia und deren Mitarbeitern wurde in Anwesenheit eines „Schwesternrats“ der CPS in gegenseitigem Einvernehmen diskutiert, zu welcher Zeit, mit wieviel Personen und mit welchen Materiallieferungen ein sicherer zahnärztlicher Hilfseinsatz möglich sein kann. Hier hatten die Ministeriumsmitarbeiter klare Vorstellungen betreffend begrenzte Personenzahl, deren Qualifikation,schriftliche Voranmeldung der mitzubringenden Geräte und Materialien und die Pflicht ,dortige Mitarbeiter anzulernen bzw.anzuleiten. Momentan läuft ein Antrag für ein Arbeitsmemorandum, der der Gesundheitsministerin vorgelegt wird und hoffentlich in naher Zukunft angenommen wird.

Arbeitstreffen

2.Ausbau einer PAUL-Station

Auch unser PAUL-Projekt schreitet voran. Durch die Unterstützung von Prof.Frechen(Kassel)wurden über die AMI notwendige Teile nach Malehice geliefert, um dort eine PAUL-Station zu errichten.D.h. permanente Füllung des Wasseraufbereiters mit Brunnenwasser über den Wasserturm und dauerhafte Bereitstellung von gereinigtem Wasser in einem großen Wassertank unterhalb der PAUL-Basis. So ist eine ständige Wasserentnahme für die Menschen gesichert. Bei einem Ortstermin wurde ein Standort unter einem großen schattenspendenden Mangobaum ausgesucht und ein ortsansässiger Installateur wurde mit den Arbeiten beauftragt und wird von Spenden der AMI bezahlt.

  • 3. Mobile Zahnarzteinheit

Erstmals wurde für die Bahndlung von Patienten eine zahnärztliche mobile Einheit eingesetzt. Diese wurde von der AMI gespendet und von Action Medeor nach Mosambik geliefert. Diese Einheit besteht aus Mehrfunktionsspritze, Luftmotor,Absaugung ,UV-Lampe und ZEG-Handstück, angetrieben durch einen internen Kompressor. So konnten erstmals neben zahlreichen Extraktionen auch Kunststoffüllungen gelegt und Zahnreinigungen durchgeführt werden, ein wichtiger Beitrag zur Zahnerhaltung.

Nach einer Zahnputzunterweisung mit ca. Hundert Kinder und Betreuern war es eine große Freude, dem Kindergarten eine Goldspendensumme von 3000.-€ überreichen zu dürfen. Patienten in meiner Praxis spendeten ein halbes Jahr lang ihr entnommenes Altgold ,das von der Fa. Deutsche Aurumed zum Selbstkostenpreis recycled und in Geld umgewandelt wurde. Ohne Umwege und Verwaltungskosten konnten wir es direkt der KIndergartenleiterin Sr.Elisabeth übergeben.

Wieder einmal verging die Zeit in Malehice viel zu schnell und schweren Herzens traten wir die Heimreise an ,mit dem Versprechen im nächsten Jahr wieder zu kommen.

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Besuch 2018

Im November 2018 war es wieder soweit. Zusammen mit meinem Sohn Daniel, frischgebackener Zahnarzt, brachen wir in den Allerheiligenferien auf nach Malehice. Im Gepäck waren wieder viele Materialspenden von der Firmen Gerl, Ivoclar-Vivadent,Butler und Wybert.P1130401

Empfang

Wieder wurden wir von den Ordensschwestern vom Konvent der Kostbaren- Blut-Schwestern herzlich empfangen. Mit Erstaunen hörten wir,dass sich mehrere Ordensschwestern der CPS anderer Konvente als Patienten angemeldet hatten. Scheinbar hat unser erster Einsatz einige Wellen geschlagen .Wir waren auch sehr froh zu hören  ,dass unser PAUL noch in Betrieb war und täglich den Menschen sauberes Wasser liefert. Nach der landestypischen Begrüßungszeremonie mit Tanz und Kuchen ging es ans Auspacken .IMG_1987

Zahnputzunterricht

Als wichtigste Aufgabe vor Ort sehen wir die Aufklärung über zahngesunde Ernährung und das Üben der Zahnpflege an . So wurde mit Jung und Alt mit den gespendeten Zahnbürsten und Zahnpasten wieder eine Putzaktion veranstaltet. Bei den Kleinsten wurde gesungen und gelacht , bei den Großen half das übergroße Zahnmodell.

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Mit Übersetzer und Demo bei den Großen

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Spielerisch im Kindergarten

Die Zahnarztpraxis

Wie schon beim letzten Mal konnten wir vielen Menschen zahnärztlich helfen . Mit unseren einfachen Hilfsmitteln IMG_8139 konnten wir auch bei Kindern viele Füllungen legen und mit einfacher Absaugung die ein oder andere Zahnreinigung durchführen. Leider bestimmte aber immer noch das Zahnziehen den Alltag. Auffällig waren die vielen zerstörten Backenzähne bei den 10-15 Jährigen. So hoffen wir ,dass unsere Prophylaxemaßnahmen in der Zukunft Früchte tragen.

Dieses Mal hatten wir auch Abdruckmaterial und Gips mitgebracht , weil die Notwendigkeit von einfachem Zahnersatz bestand .So wurden auch in Teamarbeit Klammerprothesen hergestellt,da wir beide auch als Zahntechniker ausgebildet sind.

Kindergarten

Dieses Jahr hatte Sr.Elisabeth eine Überraschung für uns vorbereitet. Wir durften bei der Kindergartengraduation teilnehmen. Das war eine große Ehre für uns ,da der Übergang von Kindergarten in die Schule ein großes und wichtiges Ereignis für die Kinder ist. Da es keine Schulpflicht gibt ist es ein großes Anliegen der Schwestern möglichst viele der armen und teilweise verwaisten Kinder den Schulbesuch zu ermöglichen. Auch hierbei konnten wir den Kleinen  eine Freude machen.

Natürlich ging der Aufenthalt wieder einmal viel zu schnell vorüber. Wir hatten wieder über 100 Patienten mit unseren einfachen Möglichkeiten behandelt und auch wieder weiter Pläne geschmiedet:

Aussenden weitere Zahnarztteams, Anschaffung einer mobilen Zahnbehandlungseinheit ,Solarpanels für eine unabhängige Stromversorgung und den Ausbau des PAUL-System .

Um diese Vorhaben zu erreichen freuen wir uns für jede Unterstützung in Form von Geld-und Sachspenden.

Bis zum nächsten Mal

Partnerschaft für den Kindergarten

Sr.Elisabeth hat uns in Malehice von der drohenden Schließung ihres Kindergartens erzählt. Grund ist, daß für die Kinder ca.50 KInder kein überdachter Bereich zum Spielen und Essen zur Verfügung steht. Die Kosten hierfür belaufen sich nach den Plänen des Architekten auf umgerechnet ca.15.000 €. Da der Kindergarten selbst keine Einnahmen hat muss die Summe gänzlich durch Spenden aufgebracht werden.

Um auch unseren Beitrag dafür zu leisten, kam mir die Idee, einen Kindergarten in unserer Heimatgemeinde zu finden ,der eine Partnerschaft übernehmen kann.

Gesagt getan. Nach Kontaktaufnahme mit einer Kindergartenmutter hat sich die Leitung des Kindergartens St.Matthäus in Höchberg bereiterklärt Sr.Elisabeth im Rahmen ihres Heimaturlaubs diesen Sommer in den KIndergarten einzuladen,um eine Partnerschaft ins Leben zurufen. So könnten bei KIndergartenfesten oder anderen Aktionen  geringe Geldsummen  eingenommen werden, die dem Kindergarten in Malehice direkt zugute kommen können. Also packen wir es an , der Anfang ist gemacht.

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Von Malehice zur Audienz nach Maputo

Nach einer herzlichen Abschiedszeremonie mit Trommeln, Tanz und Geschenken (selbstgeröstete Cashewnüsse,Schnitzkunst,..) sowie der Frage: wann kommt Ihr wieder ? ging es dann am Dienstag Mittag über die Bischofsstadt Xai-Xai nach Maputo.

Abschied

Auf dem 250 km langen Weg schnupperten wir kurz indische Ozeanluft und lernten  drei weitere Konvente der Missionschwestern vom Kostbaren-Blut (CPS)  in Xai-Xai und Manica kennen. Es wurde Abend, bis wir im Berufverkehr bei den Schwestern in der Hauptstadt ankamen, wo ein leckeres Abendessen auf uns wartete.

Der folgende Tag, Mittwoch, diente der Gewinnung von Unterstützung unseres Projekts bei standespolitisch und politisch  wichtigen Persönlichkeiten Mosambiks. Zuerst trafen wir uns in der Ärztekammer mit dem Kammerpräsidenten von Mosambik und dem zahnärztlichen Vorstand. Gerhard stellte zwei Hauptprojekte der FDI (Federation Dentaire Internationale) vor:  „Wasser ist Leben “ und “ Zu hoher Zuckerkonsums als Mitverursacher von Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen“. Eine weiteres Ziel des Projekts, die Ausbildung und mögliche Einsatzbereiche von zahnärztlichen Hilfsberufen wurde angesprochen, das wir als ADI-Repräsentanten in Mosambik anregen und unterstützen wollen.

Zahnärzte

Am Nachmittag hatten wir durch Vermittlung von Dr.Paula Ahing, der ehemaligen Präsidentin der Zahnärztekammer, die Gelegenheit und Ehre, uns mit der Vize-Präsidentin Mosambiks, Nyelete Mondlane, der Tochter des ermordeten Frelimo-Freiheitskämpfers Dr. Eduardo Mondlane,  zu treffen. Gerhard stellte, als künftiger  Präsident der FDI und ADI, seine Aufgabe dar, die Wichtigkeit gesunder Zähne für einen gesunden Gesamtorganismus zu vermitteln. Wir berichteten über unser PAUL-Projekt und unseren zahnärztlichen Start in Malehice . Sie hatte für alle Anliegen ein offenes Ohr und war sehr beeindruckt von unserer Arbeit in Malehice. Sie versprach uns ihre Unterstützung  bei all unseren Vorhaben.

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Wir waren beeindruckt  von ihrer  offenen und freundlichen Art und bedankten uns für ihre zugesagte Unterstützung. Mit dem ebenfalls geladenen Ehepaar Ahing  ergaben sich, beim gemeinsamen afrikanischen Abendessen, interessante Gespräche über die Zahnarztsituation und Gesundheitspolitik in Mosambik.

Ahing

Tags darauf hiess es, ein wenig wehmütig, Abschied nehmen. Unsere Wege trennten sich nun : Gerhard flog nach Uganda zu einer  Tagung und ich reiste nach Mariannhill in Südafrika, um die dortige Zahnstation zu besuchen , ein lang gehegter Traum meinerseits ging in Erfüllung .

Erfüllt und glücklich wieder zuhause  heisst es nun, die nächsten Schritte des MosambikDentalHelp-Projektes in die Wege zu leiten …….

 

 

Darf ich vorstellen: „medical center“ of Malehice

Das Krankenhaus von Malehice sorgt für ca. 35000 Menschen in der Region. Es besteht aus einer Ordination mit einer einheimischen Chefärztin,  Testlabors für HIV und TBC mit angegliederten Beratungsstellen, einer Ambulanz und einer Geburthilfestation mit ausgebildetem Fachpersonal .

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Die Basiszahnmedizin wird von einem stomatologisch ausgebildeten TA in Form von Zahnentfernungen durchgeführt. Wir trafen uns mit dem gesamten „Staff“, erläuterten unser Vorhaben und baten sie um Mithilfe bei der Früherkennung von Mundkrankheiten.

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Dem stomatologischen technischen Assistenten, erklärten wir die Vorteile von Teamarbeit und rationeller Instrumentenaufbereitung sowie den Einsatz von mitgebrachten Hilfsgeräten wie Absaugungseinheit  und Luft- und Wasserspritze.

Team

 

Montag, Arbeitstag

Heute war ein richtiger Arbeitstag. Der Wecker schellte um 5.30 Uhr, eine halbe Stunde später war Gottesdienst und anschließend gemeinsames Frühstück. Zuerst haben wir   unsere mitgebrachten Instrumente gesichtet, sortiert und zu der kleinen Zahnstation gebracht. Dort hat uns Narciso, der örtliche stomatologische Techniker, der hauptsächlich Zähne zieht und gegebenenfalls kleine Füllungen macht, schon sehnlichst erwartet. Er wollte bei einem Patient ein Loch im Zahn behandeln, tat sich aber mit seinen gewohnten Handinstrumenten sehr schwer. So packten wir unsere Bohrmaschine nebst Absaugung aus und die Füllung war schnell gelegt. Anschließend haben wir bei ihm selbst einen Zahn behandelt und fünf weitere Patienten wurden untersucht, die wir nachmittags behandeln wollten. Nach unserer Vorstellung beim gesamten Krankenhauspersonal  durch Sr. Elisabeth, legten wir um 16.00 Uhr los, bei 35 Grad und ohne Klimaanlage. Wir haben einen abgerochenen Zahn gezogen, mehrere Füllungen gelegt und noch mehrere Schmerzfälle behandelt. Den letzten mit Stirnlampe, da die Sonne schon untergegangen war und wir kein Licht im Behandlungsraum hatten . Ziemlich k.o. sind wir gespannt, wer und was uns morgen erwartet.

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Sonntag, PAULs Tag

 

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Heute war PAULs Tag, d.h. wir installierten unser mitgebrachtes tragbares Wasseraufbereitungsgerät, 26 kg schwer. Ermöglicht wurde der Kauf von PAUL (Portable Aqua Unit For Lifesaving, http://www.waterbackpack.org) durch Altgoldspenden meiner Patienten.  Es  kann ca. 1000 Liter verunreinigtes (Bakterien ,Viren etc.) Wasser  pro Tag filtern. Dadurch hat die Menschen stets sauberstes Trinkwasser zur Verfügung und die Anzahl der Magen-Darm-Erkrankungen  wie Cholera und Typhus wird sich deutlich verringern.

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Auf Einladung von Sr. Elisabeth kamen Waisenkinder aus der Umgebung der Missionsstation und wir verteilten von uns mitgebrachte Zahnbürsten und  Zahnpasten an ca 50 Waisenkinder und deren Begleitung und sie mussten alle zusammen, nach Gerhards Anweisung,  ihre Zähne putzen und, das erste Mal in ihrem Leben, mit sauberem Wasser .

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Gerhard liess es sich nicht nehmen, mit Hilfe eines Dolmetschers, den Kindern die Gefahr des Zuckerkonsums durch Softdrinks nahe zubringen  und warb energisch dafür, mit dem  jetzt gereinigtem Wasser den Durst zu löschen.

Softdrinks

 

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Krönender Abschluss dieses  hoffnungsvollen Tages war der Besuch beim ältesten Bruder  des ehemaligen ersten frei gewählten Präsidenten Mosambiks, Joaquim Chissano, dessen Familie noch in Malehice lebt  und der den Ort nachhaltig unterstützt .

Präsifamilie

Vorbereitung und Vorfreude

Bald ist es soweit und das Projekt „MosambikDentalHelp“ kann beginnen. Ein Jahr ist es jetzt her, dass ich mit Sr. Elisabeth Hessdörfer in Malehice Kontakt aufgenommen habe. Sie stammt aus Retzbach, einem bekannten Weinort bei Würzburg und ist seit vielen Jahren als Missionsschwester des Kostbaren-Blut-Ordens in einem kleinen Ort ca. 200 km nördlich von Maputo tätig, wo sie Waisenkinder und mittellose Menschen betreut. In diesem Ort gibt es ein kleines Krankenhaus und einen zahnärztlichen Behandlungsstuhl, jedoch weit und breit keinen Zahnarzt. Nachdem ich mein erstes Afrikaprojekt in Zimbabwe, wegen der unsicheren politischen Situation, nicht weiter verfolgen konnte, ging mir schon längere Zeit durch den Kopf , wo ich in Afrika helfend tätig sein könnte. Als „Fellow der ADI (Academy of Dentistry International)“ habe ich jetzt mit meinem Freund und Studienkollegen Gerhard Seeberger aus Italien den Entschluss gefasst, ein Zahnarztprojekt in Mozambik auf die Beine zustellen. Dazu werden wir beide in den Allerheiligenferien nach Malehice in Mosambik  reisen, um vor Ort zu erkunden, ob die Möglichkeit  für eine zahnärztliche Arbeit gegeben ist .

Dieser Blog soll nun dazu dienen, von unserer täglichen Arbeit mit Wort und Bild zu berichten. Also, demnächst geht es weiter….

 

Zuhause werden Koffer gepackt mit zahnärztlichen Instrumenten und Medikamenten. Auch ein Sakko nebst feiner Hose muss mit, denn Gerhard hat über seine standespolitischen Kontakte Termine bei der Gesundheitsministerin und bei der Vizepräsidenten von Mosambik , der Tochter des Freiheitskämpfers Eduardo Mondlane, vereinbaren können. Es wir langsam ernst…..

Koffer

Der Koffer füllt sich allmählich und PAUL, unser Wasseraufbereitungsgerät, ist transportfähig verpackt. Noch 48 Stunden…

Paul